ein Angebot – und die Zahl wirkt seltsam hoch. Ein Blick auf die Einzelposten klärt auf: RAM und Stellen Sie sich vor, Sie planen für Ihr Handwerksunternehmen drei neue Arbeitsplatz-PCs. Der IT-Händler schickt SSD haben sich innerhalb eines Jahres stellenweise verdoppelt oder verdreifacht. Kein Druckfehler, keine Sonderausstattung. Das ist schlicht der aktuelle Markt.

Seit Herbst 2025 rollt eine Speicherpreiskrise durch den deutschen Hardwaremarkt, die viele kleine und mittlere Unternehmen unvorbereitet trifft. Was dahintersteckt, wie lange das noch anhalt und – vor allem – wie Sie trotzdem vernünftig planen können, erklären wir in diesem Artikel.

Warum sind RAM und SSD plötzlich so teuer?

Die kurze Antwort: Künstliche Intelligenz. Der KI-Boom der letzten Jahre hat einen enormen Hunger nach Arbeitsspeicher und Speicherkapazität ausgelöst. Große Rechenzentrumsbetreiber – Cloud-Anbieter, KI-Unternehmen, Tech-Konzerne – sichern sich langfristige Lieferverträge für Speicherchips, oft Jahre im Voraus und zu Preisen, die für den Massenmarkt uninteressant klingen.

Das Ergebnis: Die grossen Chiphersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre Produktion zunehmend auf teure Hochleistungsspeicher für KI-Systeme umgestellt – auf Kosten des normalen Geschäftskundenmarkts. Wer heute einen Standard-PC oder ein Business-Notebook kaufen will, konkurriert indirekt mit den größten Rechenzentren der Welt.

Hinzu kommt ein technologischer Wechsel: Der neue Arbeitsspeicherstandard DDR5 löst das bewährte DDR4 ab. Neue Prozessoren und Motherboards setzen zunehmend auf DDR5, das in der Produktion deutlich aufwändiger und teurer ist. Gleichzeitig wird DDR4 knapper, weil dessen Produktion zurückgefahren wird. Kurzum: Beide Generationen sind gerade teuer – aus unterschiedlichen Gründen.

Was das in Zahlen bedeutet

Die Ausmaße sind beeindruckend. Laut dem Speicherkrise-Preisindex des Technikportals 3DCenter stiegen DDR5-Speichermodule im deutschen Einzelhandel von Juli 2025 bis Januar 2026 um mehrere hundert Prozent. Ein Komplettpaar DDR5-RAM (2×16 GB), das im Sommer 2025 noch für rund 75 Euro zu haben war, kostet aktuell ein Vielfaches davon.

SSDs sind zwar weniger dramatisch betroffen, aber ebenfalls deutlich teurer geworden. Eine gängige 2-TB-NVMe-SSD hat sich seit Sommer 2025 etwa verdoppelt. Laut einer dpa-Meldung im Handelsblatt (Februar 2026) ist DDR5-RAM „doppelt so teuer“, SSDs haben sich im Schnitt um rund 25 Prozent verteuert.

Gartner prognostiziert für 2026 einen kombinierten Preisanstieg bei DRAM und SSD von bis zu 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Unternehmen, die ihre Hardware-Budgets auf Basis der letzten Einkaufspreise geplant haben, ist das eine unangenehme Überraschung.

Die erste Entspannung – aber keine Entwarnung

Aktuell gibt es einen vorsichtig positiven Trend: Der 3DCenter-Speicherkrise-Preisindex vom März 2026 zeigt, dass DDR5-Preise im deutschen Einzelhandel erstmals leicht gesunken sind – im Schnitt um etwa 7 Prozent gegenüber Februar. Das ist eine Bewegung in die richtige Richtung.

Trotzdem ist Vorsicht angebracht. Branchenanalysten von IDC und TrendForce gehen davon aus, dass die Knappheit bei Speicherkomponenten 2026 grundsätzlich anhlt und sich erst 2027 spürbar entspannen könnte – vorausgesetzt, die KI-Nachfrage wächst nicht weiter so stark. SK Hynix, einer der größten Speicherhersteller weltweit, rechnet sogar damit, dass die strukturelle Knappheit bis 2028 anhlt.

Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das: Wer auf deutlich fallende Preise wartet und Beschaffungen aufschiebt, könnte enttäuscht werden. Zumal sich die langen Lieferzeiten für Hardwarekomponenten parallel verschärft haben. Das Handelsblatt berichtete im Februar 2026, dass sich bei einzelnen Produkten die übliche Lieferzeit von acht auf bis zu 50 Wochen verlängert habe. Wer zu spät bestellt, bekommt möglicherweise einfach gar keine Hardware.

Was das konkret für Ihr Unternehmen bedeutet

Die schlechte Nachricht kennen Sie jetzt. Die gute: Es gibt pragmatische Wege, mit der Situation umzugehen. Hier einige Überlegungen, die für viele KMUs relevant sind:

Der Blick auf den Gesamtmarkt: Was noch betroffen ist

Die Preiswelle beschränkt sich nicht nur auf RAM und SSD. Wer einen vollständigen PC-Arbeitsplatz plant, sollte wissen: Auch Grafikkarten, Mainboards und Komplettsysteme sind teurer geworden. Das Vergleichsportal billiger.de hat errechnet, dass Grafikkarten von November 2025 bis Januar 2026 im Schnitt um 13 Prozent gestiegen sind, Komplettsysteme um rund 12 Prozent.

Interessanterweise sind Notebooks und Smartphones bisher weniger stark betroffen. Das liegt daran, dass Gerätehersteller längerfristige Lieferverträge mit Speicherproduzenten abschließen und Preisschwankungen nicht sofort direkt weitergeben. Wer also dringend neue mobile Endgeräte benötigt, kommt derzeit mit Notebooks im Verhältnis noch etwas günstiger weg als mit Desktop-Komponenten.

Fazit: Strategisch planen statt abwarten

Die aktuelle Speicherpreiskrise ist real und trifft kleine Unternehmen besonders hart: Große Konzerne haben Verhandlungsmacht und langfristige Verträge, KMUs kaufen im Einzelhandel zu Marktpreisen. Das ist keine befriedigende Situation – aber sie lässt sich managen.

Wer jetzt seinen tatsächlichen Bedarf sorgfältig prüft, bestehende Geräte realistisch bewertet und Beschaffungen nicht auf die lange Bank schiebt, ist klar im Vorteil. Wer dagegen auf den „perfekten Kaufzeitpunkt“ wartet, riskiert nicht nur höhere Preise, sondern im schlimmsten Fall auch lange Lieferzeiten.

Wir unterstützen KMUs regelmäßig bei der Planung und Beschaffung von IT-Hardware – von der Bestandsaufnahme über die Konfigurationsempfehlung bis zum Rollout. Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Unternehmen gut durch die aktuelle Marktlage kommt, sprechen Sie uns gerne an. Kein Fachjargon, dafür klare Handlungsempfehlungen. kontakt

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