Stellen Sie sich folgende Szene vor: In einer SHK-Firma mit 18 Mitarbeitern sitzt der Inhaber vor seinem PC und speichert die aktuelle Kalkulation auf einem USB-Stick. Sicherheitshalber. Am Schreibtisch gegenüber rollt die Büroleitung mit den Augen, weil sie die Datei längst in einem Ordner auf dem Desktop abgelegt hat. Und der neue Azubi fragt in die Runde, warum das Unternehmen nicht einfach alles in die Cloud legt und von überall darauf zugreift.

Drei Menschen. Drei Vorstellungen davon, wie man mit Dateien, Zugängen und IT im Betrieb umgeht. Das ist kein Einzelfall. Die digitale Kluft innerhalb von Unternehmen ist real, und sie hat weniger mit Intelligenz zu tun als mit Gewohnheiten, Erfahrungen und dem Tempo, in dem sich Technologie verändert. In diesem Artikel geht es darum, warum dieser Generationenkonflikt in der Firmen-IT völlig normal ist, was er Unternehmen kostet und wie man ihn löst, ohne dass sich jemand bevormundet fühlt.

Die digitale Kluft ist kein Mythos, sondern messbar

Laut der Bitkom-Studie zur Digitalisierung 2025 bewerten Deutsche ihre eigenen Digitalkompetenzen im Schnitt nur mit der Schulnote 3,0. Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt der Wert bei 2,5, bei älteren Befragten sackt er auf 3,9 ab. 67 Prozent der Bevölkerung sehen die Gesellschaft inzwischen als digital gespalten. Diese Zahlen spiegeln sich eins zu eins in vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wider.

In einem Malerbetrieb, einem Autohaus oder einer Bäckerei-Kette arbeiten eben nicht nur digital affine Menschen. Da trifft der Meister, der seit 25 Jahren seine Aufträge handschriftlich plant, auf die neue Bürokraft, die alles am liebsten per App steuern würde. Und genau dazwischen entstehen Reibungsverluste, die richtig Geld kosten.

Was der Generationenkonflikt in der IT wirklich kostet

Die DIHK-Digitalisierungsumfrage 2025 zeigt: 60 Prozent der Unternehmen nennen Zeitmangel als größtes Hemmnis für die Digitalisierung. Aber Zeitmangel ist oft nur ein Symptom. Die eigentliche Ursache: Wenn im Team keine gemeinsame Basis für den Umgang mit digitalen Werkzeugen existiert, kostet jeder Prozess länger als nötig.

Typische Beispiele aus dem Alltag:

Stellen Sie sich einen typischen Handwerksbetrieb mit 25 Mitarbeitern vor: Jeder neue Techniker braucht Zugänge zu E-Mail, Zeiterfassung, Laufwerken und vielleicht noch einer Branchen-Software. Ohne zentrale Benutzerverwaltung wird das schnell zum halben Arbeitstag, weil jedes System einzeln eingerichtet werden muss. Mit einer Lösung wie Active Directory und automatisierter Provisionierung schrumpft dieser Aufwand auf 15 Minuten. Das ist kein theoretisches Szenario, sondern gängige Praxis bei Unternehmen, die ihre IT einmal sauber aufsetzen lassen.

Es geht nicht um Jung gegen Alt

Der Reflex liegt nahe: Die Älteren müssen sich halt anpassen. Aber so einfach ist es nicht. Und so pauschal stimmt es auch nicht. Nicht jeder Berufsanfänger ist automatisch ein IT-Experte, nur weil er mit dem Smartphone aufgewachsen ist. Die Konstanzer KI-Studie 2025 zeigt: In handwerklichen und produktionsnahen Berufen nutzen nur 21 Prozent der Beschäftigten KI-Tools im Arbeitsalltag. In wissensintensiven Berufen sind es dagegen 45 Prozent. Die Branche entscheidet also mindestens genauso stark wie das Alter.

Und der ältere Geschäftsführer, der skeptisch gegenüber der Cloud ist? Der hat vielleicht gute Gründe. Er hat erlebt, wie ein Server-Ausfall den Betrieb lahmgelegt hat. Er weiß, was es bedeutet, wenn Daten weg sind. Diese Erfahrung ist wertvoll. Sie muss nur mit modernen Lösungen verbunden werden, statt in alten Gewohnheiten stecken zu bleiben.

Der eigentliche Konflikt entsteht nicht durch das Alter, sondern durch fehlende gemeinsame Standards. Wenn jeder im Unternehmen seine eigene Methode hat, Dateien zu speichern, Passwörter zu verwalten und miteinander zu kommunizieren, dann ist Chaos vorprogrammiert. Egal ob der Betrieb fünf oder fünfzig Mitarbeiter hat.

Wie Unternehmen die digitale Kluft schließen

78 Prozent der KMU berichten laut einer Digitalisierungsstudie 2024 von Schwierigkeiten, digitale Kompetenzen im eigenen Unternehmen aufzubauen. Das überrascht nicht. Denn oft fehlt nicht der Wille, sondern die Struktur. Die gute Nachricht: Man muss dafür keine IT-Abteilung gründen.

Was in der Praxis funktioniert:

Fazit: Gemeinsame Standards statt digitaler Einzelkämpfer

Der Generationenkonflikt in der Firmen-IT ist kein Problem, das sich von allein löst. Aber er ist auch keines, vor dem man kapitulieren muss. Unternehmen, die klare Strukturen schaffen, einheitliche Tools einführen und ihre Mitarbeiter dort abholen, wo sie stehen, machen einen riesigen Sprung nach vorn. Nicht weil plötzlich alle digital begeistert sind, sondern weil die Reibungsverluste verschwinden.

Und vielleicht ergibt sich dabei noch etwas Wertvolles: Der Azubi erklärt dem Chef die Cloud. Und der Chef erklärt dem Azubi, warum man Backups ernst nehmen sollte. Beide lernen was.

Sie möchten Ihre IT so aufstellen, dass alle Mitarbeiter damit arbeiten können, vom Azubi bis zur Geschäftsführung? Wir analysieren gemeinsam Ihre aktuelle Situation und finden Lösungen, die zu Ihrem Team passen. Kein Fachchinesisch, keine Pauschallösungen, dafür ehrliche Beratung. Sprechen Sie uns an.

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