Es gibt eine E-Mail, die in jedem Betrieb ankommt. Betreff: „Problem“. Text: „siehe Anhang“. Anhang: ein Word-Dokument mit 14 Megabyte.

In dem Dokument ist ein Bild. Das Bild zeigt einen Bildschirm. Der Bildschirm wurde mit einem Handy abfotografiert. Auf dem Foto spiegelt sich ein Fenster und, bei genauem Hinsehen, die Person, die das Foto gemacht hat. Die Fehlermeldung selbst ist zu etwa 60 Prozent lesbar.

Das Dokument hat drei Seiten. Auf allen drei Seiten ist dasselbe Bild.

Typ 1: Der Abfotografierer

Er weiß, dass es eine Tastenkombination für Bildschirmfotos gibt. Er hat sie irgendwann einmal gehört. Aber er hat sein Handy in der Hand, und das Handy funktioniert immer.

Das Foto ist leicht schräg, weil er nicht aufgestanden ist. Oben im Bild ist der Rand des Monitors zu sehen, unten ein Teil der Tastatur und eine Hand. Es ist nicht klar, wessen Hand.

Ihm zur Verteidigung: Das Foto kommt an. Es ist da. Man kann damit arbeiten. Das ist mehr, als man von manchen Problemmeldungen sagen kann.

Typ 2: Der Word-Verpacker

Dieser Typ kennt die Tastenkombination. Er macht ein echtes, scharfes Bildschirmfoto. Dann öffnet er Word, fügt es ein, und schickt das Word-Dokument.

Warum Word? Weil Word der Ort ist, an dem Dinge hingehören. Ein Bild allein ist kein Dokument. Ein Dokument ist etwas, das man schickt. So hat er es gelernt, und es ist nicht falsch – es ist nur ungefähr achtmal so groß wie nötig.

Variante: Er fügt das Bild dreimal ein, weil beim ersten Mal „nichts passiert ist“.

Typ 3: Der Ausschnitts-Perfektionist

Er schickt einen präzisen Ausschnitt. Nur die Fehlermeldung. Scharf, gerade, nichts Überflüssiges.

Das Problem: Auf dem Ausschnitt steht nur „Ein Fehler ist aufgetreten.“ Nicht, in welchem Programm. Nicht, was er gemacht hat. Nicht, welche Datei offen war. Das Bild ist technisch einwandfrei und informationell leer.

Er hat alles richtig gemacht und nichts erklärt.

Typ 4: Der Beschreiber

Kein Bild. Stattdessen eine E-Mail mit vier Absätzen: „Ich wollte wie immer die Liste öffnen, also nicht die von letzter Woche, sondern die andere, und dann kam da so ein Fenster, das war aber nicht das normale, und dann habe ich auf Ja geklickt, glaube ich, oder auf Nein.“

Der Beschreiber liefert mehr Kontext als alle anderen zusammen. Und trotzdem weiß am Ende niemand, was auf dem Bildschirm stand. Ein Screenshot hätte die Sache in vier Sekunden geklärt.

Typ 5: Der Vorbeiläufer

Er schickt gar nichts. Er kommt vorbei und sagt: „Du, mein Rechner spinnt.“ Dann geht er wieder, weil er einen Termin hat.

Später behauptet er, er habe das Problem gemeldet. Formal hat er recht.

Was eigentlich hilft

Die ehrliche Nachricht: Niemand muss zum Screenshot-Experten werden. Aber drei Angaben sparen auf beiden Seiten Zeit – und zwar jedes Mal:

Und falls Sie Windows nutzen und sich eine Sache merken wollen: Windows-Taste, Umschalt und S. Damit ziehen Sie einen Rahmen um genau den Bereich, der wichtig ist. Das Ergebnis lässt sich direkt in eine E-Mail einfügen. Kein Word nötig. Keine 14 Megabyte. Aber wenn Sie bei Ihrem Handyfoto bleiben: Das ist auch in Ordnung. Wirklich. Es ist immer noch besser als der Vorbeiläufer.

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